Sonntag, 26 Juni 2022 10:55

Die Geschichte der Schraube: So entstand sie

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Das Einsatzspektrum von Schrauben ist riesig. Die einfachen, aber genialen Befestigungen zählen nach wie vor zur wichtigsten Verbindungstechnologie in der Bauindustrie. Interessant dabei ist die kontinuierliche Weiterentwicklung in den letzten zwei Jahrhunderten, wenn man einen näheren Blick auf die Geschichte der Schrauben wirft.

Die wichtigsten Highlights seit Entstehung der Schraube sind in diesem Artikel zusammengefasst.

Der Ursprung in der Bronzezeit bis zu Archimedes

Wo die Schraube genau entdeckt und erfunden wurde, lässt sich heute nicht genau sagen. Der Weg lässt sich aber bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Die Schraube wurde damals schon circa 2.500 vor Christus im vorderasiatischen Raum eingesetzt.

Der griechische Mathematiker Archimedes von Syrakus, der von 287 bis 212 vor Christus lebte, erwähnt die Schraube erstmals in seinen Abhandlungen, und zwar im Rahmen seiner Erfindung der archimedischen Schraube. Die bahnbrechende Erfindung kam direkt beim Bau von Bewässerungsanlagen zum Einsatz. Die Schrauben wurden in Rohren so verbaut, dass es gelang, Wasser in höher gelegene Stufen zu befördern. Noch heute kommt dieses Prinzip der Bewegungsschraube bei Förderungsanlagen zum Einsatz. Ein Vorläufer davon wurde bereits im alten Ägypten erfunden und genutzt.

Schrauben bei den Römern bis zu Da Vinci

Die Römer stellten Schrauben aus Silber und Bronze her. Hier kam die Schraube wohl erstmals als Verbindungselement, wie wir es heute nutzen, zum Einsatz. Die Schrauben wurden damals zwar noch nicht so vielfältig eingesetzt wie heute, sie wurden aber regelmäßig unter anderem bei der Herstellung von medizinischen Geräten, astronomischen Instrumenten und Schmuck verbaut.

Mit der Weiterentwicklung von technischen Geräten, Werkzeugen und Uhrwerken, nahm gleichzeitig auch die Vielfalt an Anwendungsgebieten der Schrauben zu. Auch in der Renaissance mit ihren bekanntesten Vertretern wie Leonardo da Vinci (1452 - 1519) widmete man sich dem Thema mit neuartigen Ideen und Entwürfen. Dazu zählen die bekannten Skizzen Da Vincis zu Bewegungs- und Befestigungsschrauben, der sich auch intensiv mit Gewinden beschäftigte. Oder der Universalgelehrte Georgius Agricola (1494 - 1555), der sich ebenso mit den Anwendungsmöglichkeiten von Schrauben auseinandersetzte.

Schrauben werden erstmals industriell gefertigt

Die erste Maschine zur Herstellung von Schrauben und Muttern wurde 1568 in Frankreich gebaut. In England wurde jene Maschine knapp ein Jahrhundert später weiterentwickelt und die maschinelle Herstellung von Schrauben wurde mehr und mehr vorbereitet. In Deutschland entstanden die sogenannten Schraubenschmieden gegen Ende des 17. Jahrhunderts im Rheinland und in Westfalen. Bis zu den ersten Schraubenfabriken Mitte des 18. Jahrhunderts, wurden Schrauben allerdings noch überwiegend in Handarbeit hergestellt. Von diesen bescheidenen Anfängen bis zum gigantischen Sortiment an modernen Schrauben der wurth-gmbh.de war es eine erstaunliche Entwicklung.

Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert verhalf der Herstellung von Schrauben unter anderem durch Werkstoffprüfmaschinen zu einem Entwicklungssprung. Mit diesen konnte nun die Verwendung von hochwertigen Materialien sichergestellt werden. Hier setzten sich Schrauben aus Eisen aufgrund ihrer hohen Festigkeit durch.

Schrauben heute

Dank der Festlegung von einheitlichen Qualitätsmerkmalen und Gewindemaßen durch den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Jahr 1859, wurde eine notwendige Grundlage für die steigenden Anforderungen an Befestigungsschrauben im Zuge des industriellen Fortschritts geschaffen. 1964 wurde fand daraufhin die weltweite Normung des ISO-Gewindes statt.

Speziell im Automobil- und Flugzeugbau stiegen die Anforderungen an die verwendeten Schrauben hinsichtlich ihrer besonderen mechanischen Eigenschaften rasant an. Die bisher nicht wärmebehandelten Schrauben wurden durch hochfeste Schrauben aus unlegierten oder legierten Stählen ersetzt.

Heute gibt es Schrauben mit einer Zugfestigkeit von über 2.000 Newton pro Quadratmillimeter, was durch moderne Verfahren in der Warm- und Kaltumformung ermöglicht wird. Hinzu kommen spezielle Leicht- oder Schwermetalllegierungen. Wo die spannende Entwicklung noch hinführen wird, bleibt abzuwarten.

 
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