Freitag, 26 September 2025 15:27

Streit um Mela-Café an der Königstraße eskaliert

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Konflikt um Pächter und Kirche in Stuttgart Konflikt um Pächter und Kirche in Stuttgart Pixabay/Foto illustrativ

Das Verhältnis zwischen der Katholischen Kirche und dem Pächter des Mela-Cafés ist schwer belastet. Der Betreiber weigert sich trotz Kündigung auszuziehen. Der Konflikt beschäftigt inzwischen das Landgericht Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis:

Entscheidung der Katholischen Kirche im Jahr 2022

Im Jahr 2022 entschied sich die Katholische Kirche für einen muslimischen Gastronomen als Betreiber des Cafés im Haus an der Königstraße. Die Wahl wurde damals als Beispiel für Offenheit und Toleranz gelobt. Die Religion spielte laut Dekanat keine Rolle, entscheidend sei das gastronomische Konzept gewesen. Bald danach traten jedoch Konflikte im Umfeld der Domkirche St. Eberhard auf.

Nutzung von Sanitäranlagen und Zahlungsrückstände

Im Mittelpunkt stehen mehrere Streitpunkte:

  • Nutzung und Reinigung gemeinsamer Sanitäranlagen
  • offene Zahlungen
  • Vorwürfe der Vertragsverletzung

Der Pächter betont, er habe die Rückstände in Raten beglichen. Das katholische Dekanat verweist dagegen auf Vertragsverletzungen und kündigte den Vertrag Anfang 2025. Das Dekanat stellt klar, die Kündigung habe nichts mit der Religion des Betreibers zu tun.

Gerichtstermine und mögliche Auszugsdaten

Der Rechtsstreit verzögert sich seit Monaten. Gerichtstermine im Mai und August wurden abgesagt, teils wegen Krankheit, teils wegen Verschiebungen. Das Landgericht Stuttgart will nun am 3. November unter dem Aktenzeichen 1903/25 entscheiden, ob die Kündigung gültig ist. Als mögliche Termine für den Auszug gelten der 31. Dezember 2025 oder der 31. Dezember 2026, wenn der Vertrag regulär endet. Der Gastronom plant, die Verlängerungsoption zu nutzen.

Nicole Höfle vom Stadtdekanat erklärt, man warte die Entscheidung des Gerichts ab. Einen Nachfolger für das Café gibt es bisher nicht. Das Dekanat betont, das Vertragsverhältnis müsse „ordentlich und fair“ beendet werden.

Strafverfahren und neue Vorwürfe

Der Pächter verweist auf einen guten Geschäftsbetrieb und sucht parallel nach einem neuen Standort, bislang ohne Erfolg. Er signalisiert Gesprächsbereitschaft, klagt jedoch über Spannungen. Zusätzlich läuft ein Strafverfahren gegen ihn. Hintergrund ist der Vorwurf, Mahnschreiben nicht erhalten zu haben. Zeugen widersprechen dieser Darstellung.

Kirche reagiert auf rassistische Beleidigungen

Vor kurzem verschärfte sich die Lage. Im Umfeld des Cafés kam es zu rassistischen Beschimpfungen. Das Dekanat positionierte sich klar gegen Fremdenfeindlichkeit. Direkt am Eingang des Hauses hängt eine Mitteilung, unterzeichnet von Stadtdekan Christian Hermes und Geschäftsführer Roland Weeger. Dort steht, Gastfreundschaft und Freundlichkeit seien zentrale Werte. Ausländerfeindlichkeit lehne man ab, zumal weltweit die Mehrheit der Kirchenmitglieder Ausländer sei.

Quelle: Stuttgarter Zeitung, www.welt.sn2world.com