Inhaltsverzeichnis:
- Prozessauftakt gegen 26-jährigen wegen versuchten Totschlags
- Stuttgart-Vaihingen: Opfer im Wachkoma nach Aufprall
- Konflikt zwischen rivalisierenden Gruppen beschäftigt Justiz
- Umfangreiche Ermittlungen und hoher Aufwand für das Gericht
Prozessauftakt gegen 26-jährigen wegen versuchten Totschlags
Vor dem Landgericht Stuttgart hat am Freitag ein neuer Prozess begonnen. Angeklagt ist ein heute 26-jähriger Mann. Laut Anklage soll er im Oktober 2023 einen Angehörigen einer rivalisierenden Gruppierung absichtlich mit einem Auto erfasst haben. Die Tat ereignete sich im Stuttgarter Stadtteil Vaihingen. Das mutmaßliche Opfer konnte zunächst fliehen, wurde jedoch anschließend vom Angeklagten gezielt mit dem Fahrzeug angefahren.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Angriff kein Einzelfall. Der Beschuldigte handelte demnach nicht allein, sondern gemeinsam mit vier Komplizen. Der Wagen soll den Mann mit einer Geschwindigkeit von 64 Kilometern pro Stunde frontal getroffen haben. Die Verletzungen waren lebensgefährlich.
Stuttgart-Vaihingen: Opfer im Wachkoma nach Aufprall
Das Opfer liegt seit dem Vorfall im Wachkoma. Laut Mitteilung des Landgerichts sind die Chancen auf eine Genesung äußerst gering. Die Ärzte geben wenig Hoffnung, dass der schwer verletzte Mann jemals wieder das Bewusstsein erlangt.
Der mutmaßliche Täter wird des versuchten Totschlags beschuldigt. Das Verfahren ist Teil einer ganzen Reihe von Prozessen, die sich mit der eskalierenden Gewalt zwischen zwei kriminellen Gruppierungen in der Region Stuttgart befassen.
Konflikt zwischen rivalisierenden Gruppen beschäftigt Justiz
Bereits 15 Verfahren wurden zuvor am Landgericht Stuttgart verhandelt. Das nun laufende Verfahren ist das 16. im Zusammenhang mit dem Konflikt. Die Serie von Gewaltakten, darunter Schüsse, Angriffe und nun dieser mutmaßliche Mordversuch, stellt die Justiz vor große Herausforderungen.
Ein Gerichtssprecher sprach von einem enormen Aufwand. Für den aktuellen Prozess sind bis Oktober insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Es handelt sich um einen besonders schwerwiegenden Fall im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen.
Umfangreiche Ermittlungen und hoher Aufwand für das Gericht
Die Ermittlungen in diesem und ähnlichen Fällen sind komplex und zeitaufwendig. Sie umfassen zahlreiche Beteiligte, umfangreiche Beweissicherung sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. Der Fall des 26-jährigen Angeklagten gilt als Schlüsselprozess innerhalb der Auseinandersetzungen in Stuttgart.
Tatzeit: Oktober 2023
Tatort: Stuttgart-Vaihingen
Verletzungen: lebensgefährlich, Opfer im Wachkoma
Angeklagte: 5 Personen, darunter der Hauptverdächtige
Prozesstage: 14 bis Oktober 2025
Bisherige Verfahren: 15
Das Gericht steht vor einer enormen Belastung. Die Vielzahl der Verfahren unterstreicht die Schwere und Dauerhaftigkeit des Bandenkriegs in der Region Stuttgart.
Quelle: SWR, www.on-the-top.net/de/