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Das Industrie 4.0 Paradox
Das Industrie 4.0 Paradox
Time icon17 January 2019, 14:01 pm

Mit der Digitalisierung eine höhere Produktivität erzielen und gleichzeitig Innovationen nicht so ernst nehmen. Kann das funktionieren? Nein, meint Deloitte und empfiehlt Unternehmen, ihr Verhalten bei Investitionen zu überdenken. Demnach genügt es nicht, nur das Bewährte verbessern zu wollen. Diese Strategie führe zu verpassten Innovationen. 

 

Das Unbekannte wagen 

Deloitte rät den Unternehmen, das Unbekannte zu wagen. Grundsätzlich ist es nach Meinung der Berater nicht falsch, betriebliche Abläufe zu verbessern und die Produktivität zu steigern. Dabei sollten Entscheider ihren Blick ausweiten und sich über die Möglichkeiten von Investitionen in Innovationen informieren. In vielen Unternehmen wird nicht evaluiert, in welche grundsätzlichen Neuerungen investiert werden könnte. Wer das nicht beherzigt, kann schnell von der Konkurrenz überholt werden. Ein Blick auf die Märkte zeigt, dass Tools zur Nutzung moderner Technologie stark nachgefragt sind. Ein Indiz dafür, dass die Mitbewerber nicht schlafen. 

 

Plan und Umsetzung 

Die Aussagen von Deloitte sind das Ergebnis einer Umfrage. Weltweit wurden dafür 361 Führungskräfte aus den Bereichen Fertigung und Energie befragt. Die Mitarbeiter zeigten zwar viel Enthusiasmus, aber Plan und Umsetzung scheiterten an vier Punkten, die als vier Paradoxe bei Industrie 4.0 in der Praxis aufgelistet sind. 

 

Das Paradox in der Strategie der Unternehmen

Paradox ist es, dass 94 Prozent der Befragten die digitale Transformation als strategisch wichtiges Thema sehen. Aber nur 68 Prozent erkennen in Industrie 4.0 den Weg zu gesteigerter Profitabilität. 

 

Das Paradox der Lieferkette 

Was die digitale Transformation betrifft, so ist die Lieferkette am weitesten gediehen. In der Praxis bleiben die Supply-Chain-Manager dagegen außen vor. 

 

Talent-Paradox 

Gegenüber Deloitte zeigten die Befragten sich zuversichtlich, die passenden Mitarbeiter an Bord zu haben. Nur 15 Prozent waren der Meinung, dass die Fähigkeiten der Mitarbeiter „dramatisch“ verbessert werden müssten. Die Führungskräfte setzen darauf, „Talente zu finden und auszubilden“, denn es die „wichtigste organisatorische und kulturelle Herausforderung“ für die Unternehmen. 

 

Das Innovations-Paradox

Unter digitaler Transformation versteht die Mehrheit der Befragten, dasselbe zu erledigen wie bisher, nur schneller und besser. Aus der Sicht von Deloitte ist das entschieden zu kurz gedacht. Als Beispiel für mangelnde Bereitschaft zur Innovation führt Deloitte an, dass die befragten Manager zu diesem Thema an erster Stelle die Produktivität und das Erfüllen der Unternehmensziele nennen. Die Erfüllung der Anforderungen der Kunden wird an dritter Stelle genannt. Der Wunsch nach Innovationen liegt mit 23 Prozent der Nennungen abgeschlagen auf dem sechsten Rang. 

 

Blick in die Zukunft 

Wie die Unternehmen Anschluss an die vierte industrielle Revolution finden können, hat Deloitte ebenfalls beschrieben. Wichtig ist es, die Fähigkeit aus verbundenen Assets vollständig für fundierte Entscheidungen zu nutzen. Die digitale Transformation ist eine Möglichkeit, Wachstum voranzutreiben.

Allerdings sind die Führungskräfte sich in verschiedenen Bereichen nicht sicher, wie sie das bewerkstelligen sollen. Diese Verunsicherung zeigt sich auch dann, wenn für die Zukunft größere Investitionen geplant sind. Dabei haben Führungskräfte vielfältige Möglichkeiten bei einer Umwandlung ihrer Abteilungen in ein vernetztes Unternehmen. Das ist notwendig, um in einem digitalen Zeitalter effektiv handeln zu können. Die Aufgabe besteht darin, vernetzte und intelligentere Operationen aufzubauen, die außerdem reaktionsschneller sind als die bisherigen Tools. Aus der Sicht der Berater ist das der Weg, der das Versprechen der vierten industriellen Revolution ausdrückt und zur optimalen digitalen Transformation führt.

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